Gesundheitmanagement & Prävention2019-10-17T12:19:11+00:00

Gesundheitmanagement & Prävention

Gesundheitmanagement & Prävention

Um Belastungen, die durch Stress ausgelöst werden, vorbeugend entgegenzuwirken, gibt es zwei präventive Ansätze, die Verhaltens- und die Verhältnisprävention. Die letztere betrifft die äußeren Belastungen, wie beispielsweise die Arbeitsaufgaben oder Arbeitsbedingungen. In der Verhältnisprävention wird versucht, diese Belastungen möglichst gering zu halten1.

Bei der Verhaltensprävention geht es hingegen darum, beim einzelnen Menschen und seinen Bewältigungsstrategien (der sogenannten Resilienz) anzusetzen. Das Gesundheitsverhalten soll so gestärkt werden, dass auch schwierige Situationen gut gemeistert werden können. Im Rahmen der Verhaltensprävention sind vor allem die Aspekte entscheidend, die durch Trainings oder ähnliches geschult und verändert werden können1.

Ein Beispiel wäre hier die bewusste Einhaltung von Pausen während der Arbeitszeit. Hier könnte mit Hilfe der Verhaltensprävention erarbeitet werden, welchen Sinn und Zweck Pausen haben und wie diese effektiv genutzt und eingehalten werden können2.

Pausen spielen eine wichtige Rolle und sollten im Arbeitsalltag ernst genommen werden. Ausreichende und regelmäßige Erholungszeiten können sich positiv auf die Produktivität und das Wohlbefinden auswirken sowie Unfallrisiken minimieren. Zudem kann bereits die der Pause vorausgehende Arbeitsphase positiv beeinflusst werden. Pausenzeiten sind also ein wichtiger Bestandteil im Arbeitsalltag. Sie haben positive Effekte auf Produktivität und das körperliche sowie psychische Wohlbefinden der Beschäftigten und mindern Unfallrisiken dadurch, dass z.B. Ermüdungserscheinungen verhindert werden und eine rasche Erholung ermöglicht wird. Durch die Integration von kurzen, bewussten Pausen wird nachweislich das Risiko einer Gefährdung oder Beeinträchtigung der Gesundheit verringert3.

Als erster hilfreicher Schritt bietet sich an, die eigenen Pausen bewusster wahrnehmen zu lernen und zunächst zu beobachten, inwieweit Erholung überhaupt stattfindet.

Kennen Sie das?

Sie kommen von einem anstrengenden Vormittag aus dem Stall zum Frühstück. Ihre Gedanken sind bei den vielen Aufgaben, die noch erledigt werden müssen. Über diese wird nun auch mit dem Rest der Familie und den Auszubildenden gesprochen. Das Frühstücken geschieht eigentlich nur nebenbei. Nach einer knappen halben Stunde – der Magen ist zwar wieder gefüllt, allerdings konnte sich kein Gefühl von Erholung einstellen- geht es wieder an die Arbeit.

Auf landwirtschaftlichen Betrieben wird in der Regel auf die Einhaltung fester Essenszeiten Wert gelegt. Meist gehört es zum Arbeitsalltag, dass alle Beschäftigten und Familienmitglieder zu den Mahlzeiten zusammenkommen. Nicht selten wird dabei weiter über die Arbeit gesprochen, da gerade alle Mitwirkenden beisammensitzen und wichtige Themen, Arbeitsabläufe etc. geplant werden wollen oder über den aktuellen Arbeitsfortschritt berichtet wird. Hierdurch erweist sich die Gestaltung der „Pause“ eher als Fortsetzung der Arbeit mit der Folge, dass sich die positiven Effekte der Pause abschwächen.

Um dem etwas entgegenzuwirken, kann als erster Schritt beispielsweise eingeführt werden, dass während der ersten 20 Minuten versucht wird, am Tisch nicht über die Arbeit zu sprechen.

Wenn Pausen allein verbracht werden und es schwerfällt, von der Arbeit abzuschalten, kann man anfangs kleine Übungen zur Hilfe nehmen.

Achtsamkeitsübung:

Bewusster Kaffee- oder Teegenuss

Mouseover zur Übung

Sie beginnen Ihren Tag mit einem Kaffee oder Tee?

Dann nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihre Wahrnehmung zu schulen:

Versuchen Sie ihn bewusst zu genießen, behalten Sie Kaffee oder Tee einige Zeit im Mund und lassen die Aromen voll wirken. So schulen Sie nicht nur Ihre Sinne, Sie beginnen Ihren Tag auch achtsam mit einem entspannten Morgenritual.

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Juli 3, 2019|Kategorien: Gesundheitmanagement und Prävention|

1 Müller, G., Lyssenko, L., Kleindienst, N., Junk, S., Pfinder, M., Bohus, M. (2017): Psychischen Krisen vorbeugen – Lebe Balance. In: Badura, Ducki, Schröder, Klose, Meyer. (Hrsg.): Fehlzeiten-Report 2017. Krise und Gesundheit- Ursachen, Prävention, Bewältigung. Springer Verlag, Berlin.

2Richter, G., Henkel, D., Rau, R., Schütte, M. (2014): Beschreibung psychischer Belastungsfaktoren bei der Arbeit. In: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Erfahrungen und Empfehlungen. Erich Schmidt Verlag, Berlin.

3 Oppolzer A. (2010): Gesundheitsmanagement im Betrieb. Integration und Koordination menschengerechter Gestaltung der Arbeit. VSA Verlag, Hamburg.

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